Kinderwunsch in unserer Zeit

Fruchtbarkeit, so die Annahme vieler Menschen, steht automatisch abrufbereit und nahezu unbegrenzt zur Verfügung. Mann und Frau muss dies nur wollen. Dabei ist zu beobachten, dass in unserer modernen Gesellschaft in Sachen Fruchtbarkeit sich zunehmend Hemmnisse in den Weg zu stellen scheinen. Frauen und Männer sind heute häufig Ende zwanzig Anfang bis Mitte dreißig, wenn sie sich für Familie und Kinder entscheiden. Während sie in der Zeit der Ausbildung und des Berufseinstiegs alles daran setzen, möglichst keinen Nachwuchs zu bekommen, lautet die Parole nachdem sie beruflich gefestigt und finanziell abgesichert sind, genau anders herum: „Bitte Baby, und das  sofort.“

Fruchtbarkeit, so die weitläufige Annahme, ist etwas das automatisch funktioniert. Frau und Mann brauchen sich nur dafür zu entscheiden. Prinzipiell ist dem auch so. Solche Paare gibt es, die quasi wie auf Bestellung ihr Wunschkind bekommen. Für Paare, die sich lange Zeit bemühen, ihr Wunschkind auf den Weg zu bringen, erscheinen solche Beobachtungen mitunter als ungerecht.

Doch mal ehrlich: Weshalb sollte mit einem mal etwas funktionieren, was jahrelang aktiv mit Pille und Co. unterbunden wurde? Welche Frau kennt nicht das Gefühl wie es ist, wenn die Regelblutung sich hinauszögert und sie dann vielleicht das eine oder andere Stoßgebet gen Himmel richtet, bitte nicht schwanger zu sein? Weil es gerade nicht der passende Zeitpunkt ist. Nicht der richtige Partner an ihrer Seite ist. Das eine oder andere Vorhaben in der Lebensplanung noch nicht erreicht oder abgeschlossen ist.

Ratschläge sind machtvolle Glaubenssätze

Vielleicht liegt der Grund für ein mögliches nicht Schwanger werden auch darin, dass Frauen während prägender Lebensphasen von wichtigen Bezugspersonen immer und immer wieder Sätze wie:

  • „Lass dir bloß kein Kind andrehen,
  • werde nicht zu schnell schwanger,
  • sieh zu, nie von einem Mann abhängig zu sein“

und ähnliches mehr zu hören bekommen.

Diese gut gemeinten Ratschläge sind machtvolle Glaubenssätze. Häufig haben sie auch dann noch ihre Wirkung,  wenn sie längst überholt sind. Möglicherweise erinnert man auch gar nicht mehr bewusst an solche Sätze aus vergangenen Tagen. Doch alles was wir denken, sprechen und tun ist Energie. Diese hat das Bestreben sich zu entfalten. Ihr ist es dabei egal, ob wir unser Denken und Handeln als nützlich und hilfreich ansehen, oder ob wir uns darüber ärgern. Wie wir etwas bewerten ist unserem freien Willen überlassen. Doch wenn wir über Jahre denken, dass ein Kind uns in unserer Freiheit einschränkt, uns in finanzielle Schieflage bringt, uns schwächt und ähnliches mehr, dann tut das nicht vorhandene Kind uns einen Gefallen, wenn es fern bleibt.

Manchmal sind es auch eigene Erlebnisse aus der Kindheit, die dazu führen, dass wir mit dem Mama- oder Papawerden hadern. Möglicherweise waren darunter Erfahrungen mit den eigenen Eltern, Großeltern oder nahen Verwandten, die nun bewirken, dass Menschen bewusst oder unbewusst die Entscheidung treffen: „So will ich nie sein und lieber keine Kinder haben.“ Je prägender eine Erfahrung umso nachhaltiger ist ihre Wirkung bis heute.

Das Leben entfaltet sich in jedem Moment

Das Leben ist kein starres Korsett, in dem wir den Gegebenheiten unveränderbar ausgeliefert sind. Es ist vielmehr ein lebendiges Fluidum. In jedem Augenblick können wir entscheiden, ob und wie wir eine Situation, eine Aussage bewerten und wie wir handeln. Fruchtbarkeitshemmnisse oder gar Kinderlosigkeit sind, so wie ich Leben verstehe, nicht Gott gegeben, sondern es hat in irgendeiner Weise mit uns und unserer Vergangenheit zu tun. Meist ist uns dies nicht bewusst. Doch jeder kann sich auf den Weg machen und Hilfe in Anspruch nehmen.

In Sachen Kinderwunsch bietet die moderne Medizin viele Therapien. Sei es im Wege einer Insemination, bei der das Sperma des Mannes über einen Katheter direkt in die Gebärmutter der Partnerin injiziert wird. Etwas aufwändiger ist eine In-vitro-Fertilisation (IVF). Hierbei werden Eizellen aus den Eierstöcken der Frau entnommen und in einer Petrischale mit dem Samen des Mannes zusammengebracht. Bei diesem Vorgehen finden Ei und Samenzelle auf natürliche Weise, auch außerhalb des Körpers, zueinander und befruchten sich ohne weitere Hilfe. Nach Absprache mit dem Paar werden maximal drei der befruchten Eizellen, die sich binnen weniger Tage zu Embryonen weiterentwickelt haben, in die Gebärmutter der Frau mittels eines Katheters zurückgeführt. In Fällen bei denen zum Beispiel der Samen des Mannes zu träge oder dessen Anzahl zu gering ist, wird die Methode der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion, der sogenannten ICSI, empfohlen. In diesem Fall wird ein Spermium mit Hilfe einer Laserpipette direkt in die Eizelle eingeführt. Bei aller assistierten Hilfestellung lässt sich die eigentliche Befruchtung, also die Kernverschmelzung von Ei- und Samenzelle nicht beeinflussen. Dies ist Sache der Natur und geschieht aus sich selbst heraus. Auch das Einnisten des Embryos in der Gebärmutter ist ein natürlicher Vorgang. Bei allem was medizinisch machbar ist, so können die Methoden eine Schwangerschaft begünstigen, sie jedoch nicht erzwingen.

Wir sind keine Maschinen, sondern Körper, Geist und Seele

Es dürfen also noch weitere wichtige Komponenten hinzukommen, denn wir Menschen sind immer noch Menschen und keine Maschinen. Sozial-kulturelle Lebensumstände, Ernährung, persönliche Erfahrungen und der Umgang mit ihnen, spielen gleichfalls eine entscheidende Rolle. Einem anthroposophischen Weltbild nach werden Kinder nicht aus dem Nichts erschaffen. So wie ich Leben verstehe kommt eine Kinderseele von irgendwoher und manifestiert sich während einer Schwangerschaft in einem Körper. Lassen wir das irdische Leben hinter uns, so gehen wir nach meinem Verständnis auch wieder irgendwo hin. Leben ist niemals endlich. Da der Mensch nicht nur Körper ist, sondern gleichzeitig auch Seele und Geist, ist es ratsam, den Weg der assistierten Befruchtung psychologisch-mental zu begleiten. Gerade weil der Weg zum Wunschkind so bewusst gegangen wird, sollte er so harmonisch und entspannt wie möglich sein. Auf diese Weise schwingen sich die werdenden Eltern auf ihr künftiges Kind von Anfang an liebevoll ein. So das aus Kinderwunsch ein Wunschkind und damit ein KINDERWUNSCHKIND entstehen kann.

LeitgeDANKEN für Deinen Kinderwunsch

Wie wurde in Deiner Familie über Kinder gedacht und gesprochen?
Was bedeutet es für Dich Mama oder Papa zu sein?
Welche inneren Bilder sehen Sie, wenn Du an Dein künftiges Kind denkst?
Siehst Du klare, kraftvolle Bilder oder sind diese von Zweckpessimismus begleitet, nach dem Motto: „Ich stelle mir ein Leben als Mama oder Papa lieber nicht vor, dann verletzt es mich weniger, wenn das Wunschkind auf sich warten lässt“?
Welches Gefühl hast Du bei alle dem?

Pessimismus ist häufig der Nährboden für ungute Gefühle und Sorgen. Mach Dir dies bewusst und überlege, was genau Du in diesem Moment auf Deinem Weg Eltern zu werden hilft und unterstützt.

Gerne bin ich als Kinderwunsch-Coach mit meinem Wissen, meinen Fähigkeiten und meiner Achtsamkeit an Deiner Seite.

Wir hören oder lesen uns.

C. Manuela Schmickler
Kinderwunsch-Coach & -Begleiterin